Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

Allianz Geschäftsbericht 2012

Geschäftsbericht 2012    Allianz Konzern Die Rückstellungen aus dem Lebens- und Krankenversiche- rungsgeschäft sind abhängig von Annahmen, zum Beispiel über die Lebenserwartung einer versicherten Person (Sterblichkeits- und Langlebigkeitsrisiko) oder die Entwick- lung der Zinssätze und der Investmenterträge (Risiko aus einem „Asset-Liability Mismatch“). Diese Annahmen ha- ben auch eine Auswirkung auf die Darstellung der Kosten fürdenAbschlussvonVersicherungsgeschäften(Abschluss­ kosten und Verkaufsförderung für Versicherungsverträge) und den Wert der übernommenen Versicherungsgeschäfte (Bestandswert von Lebens- und Krankenversicherungsbe- ständen). Damit innerhalb des gesamten ­Allianz Konzerns die versicherungsmathematischen Methoden und Annah- men bei der Bildung von Lebens- und Krankenversiche- rungsrückstellungen einheitlich angewandt werden, hat der ­Allianz Konzern ein zweistufiges Verfahren für die Bil- dung von Rückstellungen entwickelt. Zuerst werden die Rückstellungen für das Lebens- und Krankenversiche- rungsgeschäft von erfahrenen und qualifizierten Mitarbei- tern der Konzernunternehmen vor Ort berechnet. Auch die Prüfung der Angemessenheit der Prämien bzw. der Rück- stellungen für die Erfüllung von zukünftigen Ansprüchen und Ausgaben (Liability-Adequacy-Test) erfolgt auf lokaler Ebene. Maßgeblich dafür sind die konzernweiten Stan- dards für die Anwendung einheitlicher und plausibler An- nahmen. Der zuständige örtliche Aktuar bestätigt die An- gemessenheit der Rückstellungen und die Einhaltung der konzernweiten Standards. In einem zweiten Schritt prüft die Abteilung Group Actuarial des ­Allianz Konzerns regel- mäßig die Rückstellungsverfahren bei den Konzernunter- nehmen, einschließlich der Angemessenheit und Einheit- lichkeit der Annahmen, und analysiert Veränderungen in den Reserven. Sämtliche Anpassungen der Rückstellungen und anderer versicherungstechnischer Positionen werden an den Rückstellungsausschuss (Group Reserve Commit- tee) des ­Allianz Konzerns berichtet und gemeinsam mit diesem analysiert. Die Bildung von Rückstellungen im Schaden- und Unfallver- sicherungsgeschäft zeichnet sich insbesondere durch die Verwendung von Schätzungen und den Einsatz von Ermes- sensentscheidungen über die Entwicklung der Schadenre- serven aus. Ähnlich dem Prozess im Lebens- und Kranken- versicherungsgeschäft ist auch hier ein zweistufiger Prozess implementiert worden. Im ersten Schritt werden die Rückstellungen in jedem Rechtsraum unter Berücksichtigung zahlreicher örtlicher Faktoren für einzelne Geschäftszweige berechnet. Dieser Prozess beginnt mit der Datenerfassung der zuständigen Aktuare vor Ort. Die Konzernunternehmen gruppieren die Rückstellungsdaten in der Regel in möglichst kleine homo- gene Segmente, die noch genügend Aussagekraft besitzen, um als Grundlage für stabile Prognosen zu dienen. Sobald die Daten erfasst sind, werden daraus Muster für die Scha- denregulierung und das Auftreten von Versicherungsfällen abgeleitet. Die Grundlage bilden historische Daten, die in Abwicklungsdreiecken zusammengefasst und nach Anfall- jahren gegenüber Entwicklungsjahren angeordnet werden. Die Schadenregulierungs- und -meldungsmuster werden anhand der beobachteten historischen Entwicklungsfakto- ren ausgewählt und zudem vom zuständigen Aktuar beur- teilt, der mit dem jeweiligen Versicherungsgeschäft, der Schadenbearbeitung, den Daten und Systemen sowie mit den Marktbedingungen, der Wirtschaftslage und dem ge- sellschaftlichen und rechtlichen Umfeld vertraut ist. An- schließend werden die voraussichtlichen Schadenquoten ermittelt, die sich aus der Analyse historisch beobachteter Schadenquoten, korrigiert um Faktoren wie Schadenent- wicklung, Schadeninflation, Beitragsänderungen, Verände- rungen der Portfoliozusammensetzung und Veränderun- gen der allgemeinen Geschäftsbedingungen, ergeben. Anhand der oben genannten Abwicklungsmuster und der voraussichtlichen Schadenquoten schätzen die Aktuare vor Ort die letztendlichen Schäden und die zugeordneten Schadenregulierungskosten mithilfe verschiedener Metho- den wie zum Beispiel der Schadenabwicklungsmethode (Chain-Ladder-Verfahren), der Bornhuetter-Ferguson-Me- thode oder dem Frequency-Severity-Ansatz. Nach Maßgabe der obigen Prognose der endgültigen Schä- den nach Anfalljahr – also in Bezug auf das Entstehungs- jahr der Schäden – nehmen die Konzernunternehmen eine unmittelbare Schätzung der Gesamtrückstellungen für Schäden und noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle vor, indem die kumulierten Schadenzahlungen bis zum jeweiligen Bilanzstichtag subtrahiert werden. Anschlie- ßend berechnen die Aktuare die Rückstellungen für einge- tretene, aber noch nicht gemeldete Versicherungsfälle der jeweiligen Einheiten als Differenz zwischen −− den Gesamtrückstellungen für Schäden und noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle und −− den Rückstellungen, die von den Schadenregulierern im Einzelfall gebildet werden. D Konzernabschluss 231 Konzernbilanz 232 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 233 Gesamtergebnisrechnung 234 Eigenkapitalveränderungsrechnung 235 Kapitalflussrechnung 238 Konzernanhang 261

Pages