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Allianz Geschäftsbericht 2012

Magazin zum Geschäftsbericht 2012 17 Nach dem Erdbeben in Norditalien im Mai vergangenen Jahres lagen Häuser in Schutt, Straßen mussten gesperrt ­werden. Der Wiederaufbau hat viel Zeit in Anspruch genommen und ist immer noch nicht abgeschlossen. wiederhergestellt ist, desto teurer wird der Fall. Das gilt für beide Seiten, für den Versicherungsnehmer genauso wie für den Versicherer. Der langfristige Schaden, den der Versicherte erleiden kann, wenn er sei­ nen Verpflichtungen gegenüber seinen Kunden nicht mehr nachkom­ men kann, ist unter Umständen gravierender als der, der durch ein Erdbeben, einen Hurrikan oder eine andere Katastrophe entsteht. „Es ist nicht ungewöhnlich, dass jemand nach einem Großschaden Insolvenz anmelden muss oder von seinen Mitbewerbern aufgekauft wird, weil er zu lange handlungsunfähig war“, sagt Shell, der seit 20 Jahren Industrieschäden im Namen der Allianz reguliert und seit 2006 die Schadenregulierung der AGCS im Bereich Sachschaden leitet. Wenn ein Versicherungsnehmer seinen Lieferverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann, würden oft ­dessen Konkurrenten die Auf­ träge übernehmen. Diese würden dann versuchen, den Abnehmer mit langfristigen Lieferverträgen an sich zu binden. Auch im Falle der Titan Italia bestand diese Gefahr. Um dem vorzubeugen, gleicht die Allianz die Mehrkosten aus, wenn zum Beispiel vorübergehend von einer anderen Produktionsstätte geliefert ­werden muss. Auch die Überstunden der Beschäftigten werden ­übernommen, damit der Ver­ sicherungskunde seinen vertraglichen Lieferverpflichtungen gegen­ über seinen Kunden nachkommen und so seinen Betriebsausfallscha­ den reduzieren kann. Die Einschätzung eines Schadens hängt von vielen Faktoren ab. Es ist ein Unterschied, ob beispielsweise ein Bürogebäude beschädigt oder zerstört wurde oder eine Produktionsstätte, bei der es weniger um bauliche Fragen als vielmehr um die Wiederherstellung der Maschi­ nen geht. „Jeder Schadenfall ist im Grunde wie ein neues Projekt. Man muss jedes Mal den geeignetsten Weg finden, wie der Kunde die Pro­ duktion rasch wieder aufnehmen kann“, erklärt Andreas Shell. „Man muss sich ein Bild von den jeweiligen Umständen machen, einschät­ zen, wo die entscheidenden Probleme liegen und wie dem Kunden schnell geholfen werden kann.“

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