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Allianz Geschäftsbericht 2012

Geschäftsbericht 2012    Allianz Konzern C Konzernlagebericht Risikobericht, Kontrollen und Verfahren 193 Risikobericht 226 Kontrolle der Finanzberichterstattung und des Risikokapitals 219 Sonstige Risiken Es gibt bestimmte Risiken, die mit unserem internen Risiko­ kapitalmodell konzernweit nicht hinreichend quantifiziert werden können. Um diese Risiken zu identifizieren, zu analy­ sieren, zu bewerten und zu überwachen, verfolgen wir einen systematischen Risikobewertungsansatz. Grundsätzlich stützt er sich auf qualitative Kriterien oder Szenario-Analy- sen. Zu den wichtigsten sonstigen Risiken zählen das stra- tegische Risiko, das Liquiditäts- und das Reputationsrisiko. Strategisches Risiko Das strategische Risiko ist das Risiko einer unerwarteten negativen Veränderung des Unternehmenswerts, hervor- gerufendurchsichnachteiligauswirkendeEntscheidungen des Managements hinsichtlich der Geschäftsstrategie und deren Umsetzung. Das Risiko spiegelt dabei wider, inwie- weit die strategischen Ziele mit einzelnen Geschäftsstrate- gien und den zur Zielerreichung eingesetzten Ressourcen kompatibel sind. Zu dem strategischen Risiko zählt auch die Frage, inwieweit das Management fähig ist, externe Fak- toren (beispielsweise Marktbedingungen), welche die künf- tigeEntwicklungeineroperativenEinheitoderdesgesamten Konzerns beeinflussen können, zu erkennen und darauf angemessen zu reagieren. Diese strategischen Risiken werden, wie unten beschrieben, vierteljährlich auf dieselbe Weise wie das Reputationsrisiko bewertet und analysiert. Die Geschäftsziele werden vom Vorstand der ­­Allianz SE ausgearbeitet. Strategische Ziele werden in einem Drei-Jahres-Unternehmensplan festge- schrieben und vom Aufsichtsrat der ­­Allianz SE genehmigt. Strategische Kontrollen sollen die entsprechende Verwirk- lichung der strategischen Ziele gewährleisten, indem sie eine Überwachung der jeweiligen Geschäftsziele ermögli- chen. Auch Markt- und Wettbewerbsbedingungen, Kapital- markterfordernisse, aufsichtsrechtliche Bedingungen und dergleichen werden überwacht, um zu entscheiden, ob stra­ te­gische Anpassungen notwendig sind. Darüber hinaus werden strategische Entscheidungen in verschiedenen Ausschüssen auf Vorstandsebene erörtert (zum Beispiel im Group Capital Committee, Group Risk Committee oder Group Finance Committee). Die Beurteilung der damit zu- sammenhängenden Risiken ist dabei ein wesentlicher Dis- kussionspunkt. So unterliegen beispielsweise Fusionen und Übernahmen einer Prüfung durch das Group Finance Committee, sofern das Transaktionsvolumen spezifisch festgelegte Schwellenwerte, welche abhängig von der Transaktionsart sind, überschreitet. Liquiditätsrisiko Das Liquiditätsrisiko hat zwei Ausprägungen: zum einen das Risiko, dass das Unternehmen seinen kurzfristigen oder künftigen Zahlungsverpflichtungen nicht oder nur unter geänderten Bedingungen nachkommen kann; zum anderen das Risiko, dass im Fall einer Liquiditätskrise des Unternehmens Refinanzierungsmittel nur zu erhöhten Zinssätzen beschafft bzw. Vermögenswerte nur mit Ab- schlägen liquidiert werden können. Das Liquiditätsrisiko kann insbesondere aus Inkongruenzen zwischen der Fällig­ keit von Zahlungseingängen und Finanzierungsverpflich- tungen entstehen. Nicht zum Liquiditätsrisiko gehört das Marktpreisänderungsrisikoaufgrundeinerverschlechterten Marktliquidität von Aktiva; dieses wird vielmehr als Markt- risiko durch unser internes Risikokapital­modell abgebildet (zum Beispiel ziehen wir die historische Entwicklung her- an, um Wertschwankungen von Immobilienanlagen zu schätzen). Das Refinanzierungsrisiko, eine Form des Liquidi­ tätsrisikos, entsteht, wenn die erforderliche Liquidität zur Finanzierung illiquider Vermögenspositionen nicht recht- zeitig und nicht zu den erwarteten Bedingungen beschafft werden kann. Genaue Informationen zum Liquiditätsrisiko des ­­Allianz Konzerns, zu ihrer Liquidität und ihrer Finanzierung – da- runter auch Änderungen hinsichtlich der Barreserve und anderer liquider Mittel – finden Sie im Kapitel „Liquidität und Finanzierung” ab Seite 184, sowie in den Angaben 17, 23, 24 und 43 im Konzernanhang. Auf Konzernebene entstehen Liquiditätsrisiken vornehm- lich aus Kapitalanforderungen der Tochtergesellschaften und aus der Notwendigkeit, fällig werdende Finanzierungs- verbindlichkeiten zu refinanzieren. Das wichtigste Ziel in der Planung und Steuerung der Liqui- ditätsposition der ­­Allianz SE ist es sicherzustellen, dass die ­­Allianz SE Zahlungsverpflichtungen jederzeit erfüllen kann. ZudiesemZweckwirddieLiquiditätspositionder­­Allianz SE täglich überwacht und eine entsprechende Vorschau ­erstellt. Die strategische Liquiditätsplanung über eine Zeit- spanne von zwölf Monaten bzw. drei Jahren wird dem Vor- stand regelmäßig vorgelegt. Die wichtigsten Instrumente der ­­Allianz zur Erfüllung eines unvorhergesehenen Liqui- ditätsbedarfs sind verbindlich zugesagte Kreditlinien von Banken, Commercial Papers, mittelfristige Emissionspro- gramme, ein zentral verwaltetes hochliquides Anleiheport- folio mit direktem Zugang zum Markt für Verkaufs- und   184  Liquidität und Finanzierung

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