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Allianz Geschäftsbericht 2012

Geschäftsbericht 2012    Allianz Konzern Geschäftsumfeld Wirtschaftliches Umfeld 2012 Weltwirtschaft gerät ins stocken 2012 verlor die Weltwirtschaft weiter an Fahrt. Im Durch­ schnitt des Gesamtjahres 2012 wuchs die globale Industrie­ produktion um weniger als 3,5 %, nach einem Wachstum von 5,4 % im Jahr 2011. Die Zunahme in 2012 resultierte fast ausschließlich aus der Entwicklung in den Schwellen­ ländern, wobei Asien mit einem Produktionsanstieg um mehr als 6 % Spitzenreiter war. In den Industriestaaten hin­ gegen stagnierte die Industrieproduktion nahezu. Der Welthandel entwickelte sich ebenfalls nur sehr verhalten. Mit einem Zuwachs von circa 2,5 % verzeichnete der Waren­ handel 2012 die niedrigste Wachstumsrate seit dem Ein­ bruch im Jahr 2009 als Folge des Lehman-Kollapses. Verantwortlich für diese insgesamt schwache weltwirt­ schaftliche Entwicklung war vor allem die anhaltende Staatsschuldenkrise in Europa. Die tiefen Haushaltsein­ schnitte in einigen Euro-Ländern, wie Griechenland und Spanien, bremsten nicht nur die Wirtschaftsentwicklung in diesen Ländern, sondern wirkten über Handelsverflech­ tungen und Finanzkanäle auch über die Landesgrenzen hinaus. In der Folge trübten sich auch in anderen Ländern und Regionen die Konjunkturaussichten ein. Mit der Ver­ schärfung der europäischen Staatsschuldenkrise in der ersten Jahreshälfte traten die wachstumshemmenden Kräfte, die von Europa ausgehen und die Weltwirtschaft belasten, wieder stärker in den Vordergrund. Insbesondere an den Finanzmärkten nahm die Nervosität deutlich zu: So stiegen die Risikoaufschläge der Staatsanleihen von Peri­ pheriestaaten beträchtlich – während die Renditen für langfristige deutsche Staatsanleihen, die zunehmend als „sicherer Hafen“ betrachtet wurden, auf neue historische Tiefstände von knapp über 1 % zurückgingen. Das weltweite Geschäftsklimaverschlechtertesichdeutlich,insbesondere im verarbeitenden Gewerbe. Zudem belasteten die hohen Rohstoffpreise die Konjunktur. So setzte der kräftige Ölpreis­ anstieg im ersten Quartal 2012 der Wirtschaftsentwicklung in den Industrie- und Schwellenländern gleichermaßen zu. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg 2012 in den Industrie­ ländern im Durchschnitt um rund 1,1 %. Während die Ver­ einigten Staaten ein recht solides Wachstum von 2,2 % ver­ buchten, gab das BIP in der Eurozone real um 0,5 % nach. Wie bereits in den Vorjahren verlief die konjunkturelle Entwicklung in den einzelnen Euro-Ländern sehr unter­ schiedlich. Während zum Beispiel das BIP Griechenlands und Portugals um circa 6,5 % bzw. 3,2 % schrumpfte, ver­ zeichneten andere Länder, darunter Irland und Österreich, moderate Wachstumsraten von rund 0,6 %. Auch in Deutschland litt die Konjunktur unter der Staatsschulden­ krise: Nach dem substanziellen Plus von 3 % im Jahr 2011 erhöhte sich das Bruttoinlandprodukt 2012 im Vergleich zum Vorjahr real nur um 0,7 %. Im Gegensatz dazu legten die Schwellenländer um durchschnittlich 4,5 % zu – in Asien gar mit einem Zuwachs von 6,1 %. Gleichwohl hellte sich die Stimmung an den Finanzmärkten in der zweiten Jahreshälfte 2012 spürbar auf. Mit Ausnahme der Kassenhaltung erzielten alle Anlageklassen bis Ende 2012 deutlich positive Renditen. An den Aktienmärkten ging es kräftig aufwärts, zugleich verringerten sich die Risiko­aufschläge der hoch verschuldeten Euro-Länder ­erheblich. Die Renditen auf zehnjährige deutsche Staats­ anleihen lagen Ende 2012 bei 1,3 %. Der Euro, der bis zum Sommer gegenüber dem US-Dollar noch deutlich an Wert verloren hatte, holte in der zweiten Jahreshälfte wieder auf und machte seine früheren Verluste mehr als wett. Dass dieses Vertrauen zurückkehrte, war dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank mit der verbindlichen Zusage zur „Unumkehrbarkeit des Euro“ sowie seiner Ankündi­ gung von „outright monetary transactions“ (OMT) an den Sekundärmärkten für Staatsanleihen mitzuverdanken. Zu­ dem unterstützte entschlosseneres Handeln auf nationaler als auch auf EU-Ebene bei der Bewältigung der Krise. So wurden Reformen und Konsolidierungsbemühungen auf nationaler Ebene intensiviert und tragen zwischenzeitlich Früchte. Fortschritte wurden auch im Hinblick auf eine ver­ stärkte EU-Integration gemacht: Der Europäische Stabili­ tätsmechanismus (ESM) trat Anfang Oktober 2012 in Kraft, Vorschläge für eine europäische Bankenaufsicht, die 2014 ihre Arbeit aufnehmen soll, nahmen Gestalt an. Zudem soll in der ersten Jahreshälfte 2013 verstärkt an einem zeitlich gebundenen politischen Handlungsplan für die Eurozone gearbeitet werden. 128

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